Katastralgemeinde Pernersdorf

Straßenansicht von PernersdorfWie viele andere Dörfer im Pulkautal auch, dürfte Pernersdorf im Zuge der bayrischen Besiedlung um 1053 gegründet worden sein, obwohl hier sicher schon vor dieser Zeit Häuser der einheimischen Bevölkerung bestanden. Denn es wurden im Ortsgebiet vereinzelt bronzezeitliche und römische Funde gemacht.

Bennant wurde die Ortschaft nach einem Bernhard, dessen Nachkommen als Ritter der Perhartstorfer in die Geschichte eingegangen sind. Es bestand hier auch eine Burg, von der noch heute Reste in der alten Schmiede und im Haus Nr. 152 erhalten sind. Von dort führt ein heute verschütteter Gang bis in den sogenannten "Unteren Ort". Diese Burg überstand einige Schicksale und war sogar 1474 von den Pernersdorfern, die sich gegen den Adel auflehnten, erstürmt worden. Der damals abwesende Burgherr, ein Eizinger, musste seine eigene Burg belagern. Die Aufrührer wurden gefangengenomen und später größtenteils in Wien hingerichtet. Schließlich wurde die Burg beim Einmarsch des ungarischen Königs Matthias Corvinus 1486 endgültig zerstört.

Den Eizingers folgten die Grafen von Hardegg, die bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft 1848 hier auch ein eigens geräumiges Haus besaßen (Nr. 163 und 207). Nach der Aufhebung der Grundherrschaft wurde der Versuch unternommen, Pernersdorf, Peigarten, Pfaffendorf/Karlsdorf uind Ragelsdorf zu einer Großgemeinde zu vereinigen, was jedoch am Widerstand der Bevölkerung scheiterte, die der Kleingemeindestruktur den Vorzug gab. Diese übersichtliche Struktur und die damit verbundene Lebensqualität hat übrigens dazu geführt, dass sich in der letzten Zeit immer mehr Zweitwohnbesitzer bei uns angesiedelt haben.

Unter den Eizingern ist sicher auch die Marienkapelle im Ort erbaut worden, der heutige Bau stammt aus der Zeit um 1700.

Ein weiteres imposantes Gebäude ist die Mühle. Sicherlich gab es schon seit der Kolonisierung eine Mühle, die stets im Besitz der Gutsherren war. Das heutige Gebäude ist der Geburtsort des Dichters Walter Kainz. Bedingt durch die Siedlungsgeschichte und Dorfstruktur gibt es keine außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten; jedoch haben wir eine Vielzahl von Kleindenkmälern, wie Marterln, Feldkreuze, eine Hubertuskapelle und auch einige unter Schutz stehende Naturdenkmäler.

Der Weinbau ist nach wie vor trotz vieler Nebenerwerbsbauern die wichtigste wirtschaftliche Grundlage des Ortes. Daneben wird Getreide angebaut, sowie Hackfrüchte und Alternativsaaten. Die Viehzucht war nie ein bedeutender Faktor und besteht heute so gut wie gar nicht mehr.

Trotz der mannigfachen Veränderungen des bäuerlichen Lebens in den vergangenen Jahrzehnten hat sich jedoch die Geselligkeit der Menschen in unserem Dorf bewahrt. Nicht nur im Ortsgasthof, sondern auch im Vereinsleben. Der Feuerwehrkirtag ist über das Tal hinaus bekannt, Kameradschaftsbund und Senioren sind aktiv und die Jagdgenossenschaft widmet sich neben der Jagd und der Pflege der Natur traditionell dem Brauchtum. Die Kirtagsburschen verwandeln die Nacht vor dem 1. Mai in eine Hexenacht mit Maisteigen und allerlei Schabernack.

Geselligkeit wird aber vor allem in den zahlreichen Weinkellern und Presshäusern geübt. Eine offene Kellertür, die Einladung zu einem Glas, einige andere kommen dazu, im Nu ist eine kleine Kellerpartie beisammen. Gemütlichkeit, Ruhe und Gelassenheit breiten sich aus, wie es seit Jahrhunderten Brauch in unserem Ort ist - und auch der fremde Gast wird herzlich mit einbezogen.