Katastralgemeinde Peigarten

Außenansicht der KircheFrüher auch Peygarten, Beygarten, Beigarten genannt.

Bedeutung: "Bienengarten" als Hinweis auf die Bienenzucht.

Der Ort liegt im Tal der Pulkau und an den teils nach Norden, teils nach Süden orientierten flachen Hängen dieses Tales. Es herrscht pannonisches Klima mit ausgeprägten sommerlichen Trockenperioden.

In der Ried "Teichfeld" wurden neben bronzezeitlichen Siedlungsresten auch eine Kinderbestattung sowie ein Brozeverwahrfund derselben Zeitstellung bekannt. Bronzezeitliche Siedlungsspuren finden sich auch in der Sandgrube Ziestler. Die älteste Nennung stammt aus 1141, als Bischof Reginbert von Passau die Kirche zu Groß weihte, sie zur Pfarrkirche erhoben und ihr zur Ausstattung unter anderem den Zehet in villa que dicitur Pigartin, de predio Dietmari schenkte. Bei dem 1141 erwähnten Dietmar handelt es sich vermutlich um den bischöflich-passauischen Ministerialen Dietmar von Gnadendorf. Im ausgehenden Mittelalter und am Beginn der Neuzeit sind die grundherrschaftlichen Rechte im Ortsgebiet stark zersplittert; u.a. sind die Maissauer, Kuenringer, Tursen von Lichtfels, Eitzinger, Missendorfer, Roggendorfer, Prüschenk-Hardegg, die Stife und Klöster St. Bernhard, Imbach, Pernegg, Klosterneuburg im Ort begütert. Das Bereitungsbuch (ca. 1590) zeigt folgende Verteilung der grundherrlichen Rechte: Herrschaft Fronsburg Ortsobrigkeit, Herrschaft Haugsdorf, Herrschaft Prutzendorf, Zisterzienserinnen-Kloster St. Bernhard.

1850 wurde eine Ortsgemeinde, bestehend aus KG Peigarten, geschaffen. Sie bestand bis 1970, dann erfolgte - auf freiwilliger Basis - die Zusammenlegung mit der Gemeinde Pernersdorf.

Peigarten lag ab 1141 wahrscheinlich im Sprengel der Pfarre Groß, seit dem 13./14. Jahrhundert gehört es zur Pfarre Pfaffendorf. Die Kirche St. Radegund, ein kleiner spätromanischer Quaderbau mit quadratischem Chor, erhöht im Norden des Ortes ist der Sage nach die älteste Kirche in diesem Abschnitt des Pulkautales. Im Zeitalter der Reformation wurden hier katholische Gottesdienste abgehalten, während sich die Pfarrkirche zu Pfaffendorf in den Händen der Protestanten befand. 1955 wurde sie restauriert und dabei das Quadermauerwerk, kleine romanische Fenster und ein rundbogenes jetzt vermauertes Portal im Süden des Langhauses freigelegt. Das strohgedeckte Langhaus wurde später mit verputzter Holztramdecke ausgestattet; Im Zuge der großzügigen Generalsanierung 1998 wurde es erneut und mit einer offenen Holzdecke und neuer Bestuhlung versehen. Im eingezogenen Chor befindet sich ein Kreuzrippengewölbe mit Schlußstein. Außen an der Ostseite befindet sich eine stark verwitterte romanische Löwenfigur, gegenüber ist der Rest einer zweiten erkennbar. Der im Kern gotische Nordostturm wurde später barock erhöht.

In der Ortsmitte befindet sich die sogenannte Barbarakapelle, ein kleiner barocker Bau mit Glockenturm. Im Osten des Ortes finden wir die Wegkapelle, welche einen kleinen barocken Bau mit einer Figur des Hl. Johannes Nepomuk darstellt. Im Nordosten des Ortes einen Tabernakelbildstock im Westen eine Mariensäule und einen "Christus in der Rast" in der Figurennische am Haus Nr. 51.